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Schenken ist ein Brückenschlag über den Abgrund deiner Einsamkeit.

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Triathlon: Roth Challenge 2009
veröffentlicht 28.07.2009, 00:00 Uhr
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Dua-/TriathlonSo, die „Herausforderung“ habe ich auch bewältigt. Die Quelle Challenge Roth 2009 liegt hinter mir, 12:39:30 h.

Es ist ein verdammt toller Wettkampf, grenzenlose Begeisterung allerorts, viele, viele freundliche Helfer, perfekte Organisation. Triathlet, was willst Du mehr?!

Vor fast genau 25 Jahren war ich das erste Mal in Roth. Direkt nach dem Abitur gings zur
Offiziersausbildung. Ich wurde eingezogen zur 5./LwAusbRgt 3 (mein Vater hat auch in dieser Einheit seine Grundi gemacht, 1960).

Jetzt erkenne ich hier nichts wieder. Einige Ortsnamen sind mir vertraut, nicht dagegen die Straßen oder der Main-Donau-Kanal, der war damals noch im Bau.
Donnerstag, 09.Juli:
Wir sind donnerstags angereist. Unsere Unterkunft liegt nebenan in Seligenporten. Ein Kirchhof, eine Kirche, ein Kloster. Hübsch und originell. Auf das Zimmer können wir die Räder mitnehmen. Platz haben wir genug.

Nach dem Ausladen dann gleich weiter zum Triathlonpark (Stadtpark). In Roth selbst war alles noch im Aufbau. Die Messe fiel trotzdem sofort ins Auge, viel größer als in Frankfurt beim Ironman. Dort war sie eher enttäuschend. Hier gibt es zig Angebote, eine Riesenauswahl.

An der Sartnummernausgabe ist keine Hektik zu vernehmen, ruckzuck habe ich meine Ausrüstung für Sonntag und ein neues Bändchen für das Handgelenk. Alles Routine!

Die Tribünen stehen schon, der Teppich ist geliefert, jetzt würde ich am liebsten schon durchs Ziel laufen. Langsam macht sich die Vorstartfreude bemerkbar.

Die Vorbereitung auf den Wettkampf habe ich dieses Jahr ziemlich schleifen lassen. Irgendwie hat nach zwei Ironman der letzte Biss gefehlt. Dazu der Umstand mit der neuen Bleibe, die Gartenarbeit etc.

Freitag, 09.Juli:
Der Wecker klingelt sehr früh. Das Frühstück haben wir zeitig eingenommen, dann geht es zum Kanal. Das Einschwimmen/offizielle Training ist möglich. Nur an zwei Tagen kann man im gesperrten Kanal schwimmen. Die Schleusen sind dicht, kein Schiffsverkehr.

Im Wasser ist es total angenehm, die Temperatur genau richtig. Nicht so warm wie im Langener Waldsee eine Woche zuvor.

Ich schwimme gut 1500 m, versuche mich zu orientieren. Schwimme mal direkt am Ufer, dann mal mittendrin. Der beste Platz ist genau dazwischen. Rechsatmer haben hier klare Vorteile, der Kurs ist gegen den Uhrzeigersinn.

Nach dem Schwimmen sehe ich mir die Wechselzone an. Mache schon meinen Radplatz aus. Mein Gott, die Spannung steigt.

Anschließend erkundigen wir die Radstrecke und folgen den kleinen Challenge-Schildern mit dem neuen Logo. Gut, dass bereits die Beschilderung für den Wettkampftag hängen, da fällt die Orientierung noch wesentlich einfacher.

Die Strecke erscheint mir fair, viele kleine Hügel, einige auch harte Anstiege, insgesamt schwerer als die Frankfurter IM-Strecke. Die Ecken sind auch drin, aber doch ein flüssig zu fahrender Course. Na ja, wird schon werden.

Kurz vor Mörlach sehe ich einen Steinfurter im Rückspiegel. Wie sich herausstellt ist es tatsächlich ein Klassenkamerad, den ich fast 25 Jahre nicht mehr gesehen habe. Ich habe seinen Namen in der Starterliste entdeckt und auch gehofft, ich würde ihn irgendwo treffen. Hallo Carsten! Viel Erfolg!

Wir fahren nochmal nach Roth rein, bummeln über die Messe (muss noch meine neue Anschrift in Hofheim ändern lassen) und in der Stadt. Dann fahren wir nach Seligenporten zurück. Heute gibt es statt Buntes Programm und Nudelparty Griechisch am Klosterplatz.

Manni und Ute kommen nach langer Odyssee auch endlich an und es wird noch ein schöner Abend.

Samstag, 11. Juli:
Wieder stehen wir früh auf, bzw. ich stehe früh auf. Ich hole Manni zum Schwimmen am Kanal in Schwarzach ab. Manni soll sich auch schon mal ans Kanalwasser gewönnen. Seine Orientierung im Freiwasser ist berüchtigt. ;-)

Pünktlich 07:05 Uhr in der Frühe geht es los, genau Manni's Startzeit am Sonntag. Das Wasser kommt mir geringfügig kälter vor. Ist aber immer noch ideal. Gut eine halbe Stunde plantschen wir den Kanal auf und ab.

Dann gibt es Frühstück. Schön, dass Lisa jetzt auch wach ist.

Hauptprogramm für heute ist das Einchecken.

Manni hat sein Rad bei uns auf dem Zimmer gelagert, wir haben ja ausreichend Platz.

Die Vorbereitungen sind immer quälend. Habe ich an alles gedacht? Ersatzschlauch, Pumpe(n), Kleidung für jede Eventualität, was in welchen Beutel, Sonnencreme, Melkfett, Hirschtalg, Riegel, Schuhe, Mütze etc pp. Etwas nervös werde ich schon noch.

Manni muss sein Rad erst noch richten. Das dauert und zieht sich in die Länge.

Dann geht es zum Kanal. In und vor der Wechselzone herrscht reges Treiben. Unübersehbar die gelben Tüten mit dem Radel drunter. Der Check-in ist Routine, nicht lange und das Rad steht im Ständer. Pelle drüber und fertig.

Mit Manni und Ute fahren wir ein weiteres Mal die Radstrecke ab. Manni soll es wissen, was auf ihn zukommt. Letztlich fehlt noch die Wettkampfbesprechung in Roth. Eine heitere Angelegenheit, amüsant und kurzweilig. 25 Jahre nicht gesehen und Carsten sitzt in unserer Reihe. Na sowas!

Die Henkersmahlzeit nehmen wir im Hotel ein. Um 22:00 Uhr ist Zapfenstreich.

Sonntag, 12. Juli: Raceday
Vorstart
Noch nie habe ich vor einem Wettkampf so gut und so tief und so lange geschlafen. Das war es dann auch mit Schlummern im Ruhepuls. Der Puls schnellt auf 160, wir haben verschlafen.

Blitzschnell machen wir uns fertig, hetzen zum Frühstück. Einige Athleten sind bereits fertig. Hastig, hastig, dann ab ins Auto und auf nach Heuberg.

Bei halber Strecke Kreisel-Heuberg stecken wir im Stau. Im Schritttempo geht es weiter.

Kurz vor dem Kanal schmeißt mich Lisa raus. Sie will das Auto in Roth parken und dann mit dem MTB wieder zum Kanal zurückkommen.

In der Wechselzone ist mächtig Betrieb. Überall liegen die gelben Pellerinen rum. Fleißige Helfer sammeln diese ein, die Mülltonen sind bereits randvoll.

Unter der Pelle ist vom Schwitzwasser alles nass. Ich mache das Rad einsatzbereit. Flaschen und Gels ran, Reifendruck checken. Richtiger Gang vorgewählt, ja doch.

Der Sprecher am Mikro heizt die Zuschauer mächtig ein. Ich bekomme Gänsehaut, immer wieder dieses „Die Brücke - das Ufer - die Wechselzone:|“. Brrr.

Die Oberarmbeschriftung entfällt, gut so. Ein bekanntes Gesicht bei den Kampfrichter: Erich, kontrolliert die Helme nach. Unermüdlich! Ein kleiner Plausch und dann bin ich wieder weg.

Neo, Brille, Nasenklammer und Badekappen sind griffbereit. Fehlt der obligatorische Gang zum Örtchen. Nach nicht allzu langer Wartezeit die Überraschung eins, zwei und drei. Kein Papier im Dixi. Als merke: bring deine eigene Rolle mit, spart Zeit und Nerven.

Mittendrin ertönt der Startschuss. Die erste Welle rollt. Noch eine Stunde Zeit.

Letzter Check und ich lege den Beutel für den Wechsel ab. Mein Platz ist fast direkt vor dem Zelt. So, jetzt noch final fertig machen. Alles einreiben, Neo an, Utensilien in den Zielbeutel und rauf auf den LKW.

Die einzelnen Startgruppen sammeln sich zum Check am Schwimmeinlass. Ich gehe zum Ufer und schaue beim Start zu. Manni kann ich bei seinem Start leider nicht auszumachen. Einige kommen auch zu spät zum Start und schwimmen gleich mächtig hinterher. So ein Pech. Das soll mir nicht passieren. Jetzt kommen die ersten Profis aus dem Wasser. Und auch die kleine Elke, die Frau von Carsten, die mit meiner kleinen Schwester Abi gemacht hat. 56 Minuten. Es wird jetzt wirklich Zeit für mich.

Schwimmen
Etwas hektisch wird es schon. Mein Pulsgurt ist aufgesprungen, also Neo runter, Gurt zusammenklipsen und wieder anziehen. Jetzt wird es noch panisch. Schnell rüber über die Zeitnehmermatte und ab ins Wasser. Es sind gut 50-70 Meter zur Startlinie. Mit dem Startschuss muss ich noch gut 20 Meter schwimmen, zu blöd, Pech gehabt.

Mit knapp 250 Teilnehmern beginnt die Zeitenhatz. Ich finde recht zügig ein angenehmes Tempo. Die Brücke bei Hilpoltstein ist noch nicht auszumachen, ein kleiner Knick verhindert die Sicht. Ich versuche in der Mitte der Kanalhälfte zu schwimmen.

Schon bald ertönt der nächste Schuss. Dumpf vernehme ich ihn. Die nächste Welle rollt. Es dauert gar nicht so lange, da werde ich von hinten aufgesammelt. Mit wahnsinniger Geschwindigkeit gleiten sie an mir vorbei. So ist das!

Die Brücke dient zur Orientierung, im Kanal fällt es auch ansonsten nicht schwer. Kreuzer gibt es trotzdem. Unheimlich der Schatten der Brücke. Alles viel dunkler. Von rechts geht es zur Wende. Der Schwimmer vor mir tritt plötzlich und unerwartet auf der Stelle und pfeift sich ein Gel rein. Daran hätte ich im Leben nicht drauf gewettet, noch wäre mir die Idee gekommen.

Hurra, es geht zurück zum Start. Ich halte mich jetzt mehr rechts auf, direkte Ufernähe. Von hinten kommt die nächste Welle. Wieder eine neue Badekappenfarbe. Ich fühle mich relaxt, schwimme locker weiter. Hauptsache aus dem Wasser kommen.

Am Ufer sind wieder mehr Zuschauergruppen. Die gröllen und jubeln was das Zeug hält. Wie ich später lernen sollte, haben die mich angefeuert.

Die Kanalbrücke am Start erscheint immer größer. Der erste Staffelstart erfolgt. Noch ein paar Züge und ich bin auf der Höhe vom Schwimmausstieg. Wie kleine Lemminge wird ein Schwimmer nach dem anderen aus dem Wasser gezogen.

Wieder geht es unter der Brücke durch. Noch Knapp 600 Meter bis zum Ausstieg. Der Puls steigt jetzt auch etwas an. Alles drängt zu den Leinen und der Wendeboje.

Das Wasser ist in diesem Teil etwas unruhiger. Ich auch, ich darf jetzt gleich raus. Unter der Brücke sind es noch ein paar Züge, ein kleiner Knick und die helfende Hand suchen. Nur nicht umfallen, der Kreislauf hat mächtig zu tun. Ein Dank der Helferin.

Ich erspähe sofort Lisa. Sie hat die Poleposition am Schwimmausstieg erkämpft. Im Laktatnebel grüße ich sie nur schnell. Ich reiße die Brille von der Nase und stoppe die Zeit und mache mich auf meinen weiteren Weg. Der Wettkampf hat voll Besitz von mir ergriffen. 1:21:53 h. Toll! Ich bin im Plan.

Auf der Tribüne schreit mich Michi an, welch eine Freude, ihn zu sehen. Wer war noch da? Tanja, Guido, keine Ahnung.

Laufen, laufen. Arme aus dem Neo ziehen, klappt wunderbar. Beutel greifen, ab ins Zelt, ganz nach hinten durch, vorne herrscht viel Gedränge.

Wieder fleißige, helfende Hände. Neo ganz runter. Mein Beutel wird ausgekippt und der Neo darin verstaut. Die Dame ist mir sehr zu Diensten. Ich greife nach Hirschtalg, Zehen schnell einschmieren, meine richtigen Kompressionssocken rüberrollen; das kostet immer Zeit. Jetzt noch Schuhe an und los. Fast ist es wie bei Spiel ohne Grenzen; kennt das noch einer?

Radfahren
Das Rad habe ich auf Anhieb gefunden, ich bin gut dabei. Andere Räder stehen auch noch da ;-)

Startnummer anschnallen, Helm und Brille auf, Rad raus und ab zum Balken. Das war okay. Ich sitze auf dem Rad und fange an die Brücke zu erkurbeln. Oben angekommen begrüßt mich die Bande: Tanja – Guido – Michi – Lisa. Freudig präsentieren sie die T-Shirts mit meinem Konterfei. Ist wirklich ergreifend!

Kaum hundert Meter weiter feuert mich auf einmal meine Schwester Andrea lautstark an. Mit ihr hätte ich ja gar nicht gerechnet. Mir kommen fast die Tränen. An der Kurve runter zur Schleuse vernehme ich weitere Zurufe, das muss Christian gewesen sein. Wahnsinn. Und wo war Julja, ich war wohl zu flink unterwegs um alles zu erfassen.

Diese Truppe hat mich beim Schwimmen begleitet, zu blöd, ich hätte mal nach rechts Ausschau halten sollen.

Beim ersten Anbremsen an der Schleuse kommt mir fast der Schreck. Die Bremsen quietschen ohne Ende und greifen recht schlecht. Irgendwas mit den Bremsbelegen? Stimmt der Abstand zur Felge, die Backen sind schlecht ausgerichtet. Egal, weiter.

Der Puls ist okay, die Geschwindigkeit erscheint mir aber zu hoch. Ich frage einen Überholer nach der Anzeige auf seinem Tacho: knapp 42km/h. Dann ist seiner wohl auch defekt! ;-)

Ich halte mich an Lisas Direktive: schön locker und konzentriert fahren – Druck vermeiden. Mache ich ja. Ich fange sofort mit trinken und essen an. Habe ziemlichen Hunger.

An der Biermeile in Eckersmühlen ist mächtig Stimmung. Noch zweimal vorbei, dann bin ich so gut wie im Ziel. Aber erstmal hinkommen. Schnell, neue Verpflegung greifen.

Wallesau – Laffenau, die kenne ich noch von meiner Grundi. Die Steigungen kommen mir im Gegensatz zur Streckenbesichtigung nicht mehr so wild vor. Weiter nach Heideck. Immer wieder fahren sie an mir vorbei. Ich komme kaum selbst zum Überholen. Die Hügel erklimme ich ohne Probleme, auch den Selingenstätter Berg. Der kam mir eigentlich etwas fies vor.

An der Verpflegung nehme ich mir Gels, einen Riegel und eine Flasche. Damit komme ich erstmal gut zurecht. Das Gel ist gut verträglich, kriege ich auch ohne Wasser runter, ist schön flüssig.

Hinter diesem Anstieg kommt dann der Rollerteil. Es geht recht zügig bis nach Greding. In Thalmässing ist noch ein wenig Trubel. Dann kommt die Autobahn und der nächste Anstieg wartet: der Kalvarienberg.

Zweimal links und dann geht es hoch. Viele Zuschauer sind hier. Ute entdecke ich erst in der zweiten Runde. Am Anfang ist es recht steil und schwer, aber bestimmt gut machbar. Kurz vor der Verpflegungsstelle rast Stadler links mit einer affenartigen Geschwindigkeit an mir vorbei. Mein Tacho zeigt gerade einmal 13km/h.

Ich lese und erinnere mich: nicht denken – einfach treten. Der richtige Wahlspruch für diesen Teil. Es geht vorbei an der WTD 81 mit dem Würzburg-Riese vor der Haustür. Es folgen für fast 5km immer wieder kleine Steigungen und flachere Passagen.

Mittendrin sind die Gerks. Christian fotografiert fleißig, Andrea erkundigt sich nach meinem Wohlbefinden, Julja klatscht in die Hände. Es ist alles klar.

Nun folgt Mannis Lieblingspassage. Eine schnelle Abfahrt mit vier engen und schnellen Kurven. Einige Athleten haben wohl Bekanntschaft mit den Strohballen geschlossen. Auf dieser Abfahrt kann ich mich etwas erholen. Die Durchschnittsgeschwindigkeit liegt bei 29,6km/h, sie ist damit um 1km/h gefallen. Bis zur zweiten Runde steigt sie wieder um diesen Betrag.

Die nächsten Ortsdurchfahrten sind Obermässing, Karm, Lay und Weinsfeld. Lisa ist auch wieder dabei und jubelt mir am Straßenrand zu. :-)

Die nächste Verpflegung ist an einer Steigung bei Eysölden. Sieht mächtig gemein aus, ist aber gut zu fahren. Der Wind ist bisher kaum ein Faktor, das ist auch gut so, leider bleibt das nicht so. Ich spüre schon ziemlichen Druck auf der Blase, zwischenzeitlich habe ich ganz schön viel getrunken. Ich entschließe mich nicht anzuhalten und verkneife mir den Drang.

Die Strecke führt jetzt wieder auf und ab. Wirkt irgendwie unrhythmisch. Die Geschwindigkeit stimmt aber. An der letzten Steigung vor Hilpoltstein ist nochmal viel los. Ein ordentlicher Beat dröhnt aus den Boxen, Highway to Hell – AC/DC. Genau richtig für die Abfahrt und den folgenden Anlauf.

Nach der Zeitmessmatte liegt er dann nach einer kleinen Kurve vor mir: der Solarer Berg. Oh-oh. Tausende und abertausende von Zuschauern, die ersten noch hinter Gittern von der Strecke getrennt, die folgenden aber so eng zusammenstehend, dass die Straßenführung nicht mehr eindeutig bestimmbar ist. Gut, es geht nur gerade nach oben, aber ein bisschen Platz sollte schon da sein. Im Endeffekt halte ich einfach auf die Zuschauer drauf und trete einfach in die Pedale was die Beine hergeben. Die werden sich schon nicht umfahren lassen, denke ich mir. Die Stimmung sucht seinesgleichen. Unbeschreiblich. Knapp 3 Minuten dauert der Spuk nur. Der Puls steigt und steigt, wie ein Besessener trete und trete ich. Oben angekommen, warten die Helfer und reichen Verpflegung. Die ist auch bitter nötig.

Jetzt ist es nicht mehr weit und die erste Runde ist geschafft. Recht zügig ist die Fahrt, nur kleine Steigungen. Lisa ist auch wieder am Wegrand, diesmal mit Gudula.

Nach Hilpoldstein vergeht die Zeit wie im Fluge. Der Kanal ist noch zweimal zu passieren. Bei letzterer Überfahrt erinnere ich mich, dass ich dort vor drei Stunden erst drunter her geschwommen bin.

In der zweiten Runde sehe ich meine Supporter in Eckersmühlen (Tanja, Guido und Michi), am Kalvarienberg (Ute), bei Röckenhofen (Andrea, Christian und Julja), bei Karm (Lisa und Gudula) und vor Mörlach (Lisa).

Eine Pause muss ich einlegen, um den Drang endlich loszuwerden. Sofort merke ich, wie ich schwitze. Ist mir vorher gar nicht bewusst geworden, wie der Körper heizt.

Ab Eckersmühlen nieselt es leicht, zwischenzeitlich regnet es fast. Der Wind hat auch zugenommen und bremst meine Fahrt ein wenig ab. Mit den Steigungen habe ich insgesamt keine Probleme. Es geht erstaunlich gut. Ich erlebe keinen Einbruch und kein Tief, alles im grünen Bereich. Aufgrund meiner Trainingslage hätte ich mit massiven Muskelkrämpfen gerechnet. Die blieben mir verschont. Die Verpflegung lasse ich die letzten beiden Posten aus, im Nachhinein ein großer Fehler. Etwas durstig geht es der Wechselzone zwei entgegen. Was für ein erhabenes Gefühl in Eckersmühlen rechts abbiegen zu dürfen. Radzeit: 6:02:03 h. Kilometer laut Tacho 178,1km. Knapp 29,6km/h im Schnitt.

Der Wechsel war perfekt. Unterwegs die Schuhe ausgezogen, hopse ich gleich rein in die Wechselzone. Das Rad wird mir aus der Hand gerissen, alles läuft sehr professionell ab. Kaum habe ich meine Startnummer nach vorne gezogen, habe ich auch schon meinen Umkleidebeutel in der Hand.

Im Zelt finde ich sofort ein freies Plätzchen. Die nette Helferin schüttet wie gehabt den Beutel aus. Ich sortiere aus, was ich noch benötige, der Rest wandert wieder in den Beutel.

Laufstrecke
Die ersten Schritte sind gewohnt ungewohnt. ;-) Nach sechs Stunden Radfahrt kein Wunder. Nach der ersten Kurve gleich bekannte Gesichter. Tanja, Guido und Michi. Letztere beide schießen noch Fotos und Michi treibt mich zur Eile, denn Manni sei nur ein paar Minuten vor mir. Na, das wäre ja ein Ding ihn einzuholen.

An der ersten Verpflegungsstelle erkenne ich auf letzten Drücker auch noch Elke und Michael. Die hätte ich hier auch nicht erwartet.

Ich versuche mein Tempo etwas zu drosseln, mühsam gelingt es mir, denn meine Beine werden schnell richtig müde. Ich überhole einige Kandidaten, die haben ihr Tempo schon gefunden!? Der Teil durch den Wald bis zur Lände (Gewerbegebiet und Hafen) ist sehr angenehm zu laufen. Erstens ist das Gefälle und die anschließende Steigung gerade hinter mir, zweitens lenken die vielen Motivationsschilder ein wenig von der Müdigkeit ab. Bei km 3 bis 4 ist dann wieder richtig viel Trubel. Jetzt geht es direkt an den Kanal. Die Gerks haben hier ihre Position bezogen. Es bleibt nicht viel Zeit, ich will voran.

Am Kanal kommen mir die meisten Athleten mit steinerner Miene entgegen. Die Anstrengung ist ihnen wahrlich ins Gesicht geschrieben. Verpflegung gibt es reichlich unterwegs, kein Grund zu verhungern. Ich verzichte aber vorerst und trinke nur abwechselnd Cola und Wasser. Noch ein Fehler!

An der Schleuse Schwanstetten steht Lisa. Sie nimmt mir die Hoffnung auf Manni aufzulaufen. Der hat die Distanz zwischen uns vergrößert. Es geht ihm prächtig. Kaum zu glauben bei seiner Vorbereitung. Er ist mir ein wahres Wettkampfwunder.

Bis Kilometer 10 läuft es noch recht rund, bis ich plötzlich einen richtigen Einbruch erlebe. Auf einmal ist alle Kraft verflogen, nichts geht mehr, vielmehr geht es nur noch gehend, unterbrochen von Laufabschnitten. In Schwanstetten geht es hin und her, zwei kleine Wendepunktstrecken sind dort eingebaut. Mir unerklärlich, wie eine Diskussion über die Länge der Marathonstrecke aufkommen kann, dass diese angeblich zu kurz sein soll, wenn durch Wendepunkte die Streckenlänge korrigiert werden kann.

Wieder zurück bei Lisa geht es mir eher nicht besser. Zu meinem Unglück fährt sie auf der anderen Kanalseite noch eine ganze Weile lang neben mir her und beobachtet meine unsportlichen Aktivitäten. Ich probiere bei dieser Gelegenheit aus, wie lange ich für einen Kilometer konstantes Gehen benötige: 9 Minuten und 17 Sekunden. Fortan beschließe ich, nicht mehr jeden Kilometer abzudrücken.

An den Verpflegungsstellen nehme ich regelmäßig Cola und das Iso-Zeugs, dazu dann auch mal Apfel und Melone. Die Riegel kriege ich nicht runter. Auf die Idee mal ein Gel zu nehmen, komme ich allerdings noch nicht. Dazu benötigt es noch ein wenig Leidenszeit. Erstaunlicherweise habe ich bei diesem Wettkampf zu keiner Zeit Probleme mit dem Magen. Hurra.

Wieder an der Lände wechsele ich ein paar Worte mit Andrea. Sie heitert mich auf, dann mache ich mich ein wenig schneller von dannen.

Nur kurz ist das Asphaltstück und die Halbmarathonmarke auch schon passiert, als es wie gewohnt weiter am Kanal entlang geht. Achim weckt mich aus dem Tran und grüßt kurz. Und Manni sieht locker und flockig aus. Kein Anzeichen von Qual oder Überanstrengung. Der steckt den Marathon einfach so weg, ohne Training, unglaublich. Mann, und ich habe noch einen weiten, weiten Weg vor mir. Manni war ca. bei Kilometer 35, ich bei 23. Das wird noch ein langer Tag heute. Und der schwierige Teil der Strecke liegt noch vor mir.

In und bei Haimpfarrich darf ich den Kanal verlassen. Die Strecke führt mich an Biertischen vorbei durch einen schönen Wald nach Eckersmühlen rein. Alle Welt scheint hier zu Grillen und Bier zu trinken. Mühsam laufe ich meine 100m und gehe dann wieder. Es geht latent bergan, nur wenig, aber spürbar. Ich freue mich auf den Rückweg, dann geht es locker bergab.

Bei Kilometer 29 ist die letzte Wende. Hurra. Jetzt geht es auf bekanntem Terrain zurück ins Ziel. Hätte ich doch mehr Saft in den Beinen. Lisa trollt hier auch wieder herum, sie ist unermüdlich. Am Ende vom Tag stehen 80 km MTB zu Buche. Auch eine Mordsleistung. Und mein Stress ist vergleichsweise geringer. Hut ab!

In der Tat geht es bergab etwas leichter, aber nicht so, wie ich es mir eingeredet habe. Die Beine sind eben schwer und wollen nicht mehr. In der Sonne ist es teilweise unangenehm warm. Die fröhliche Garten- und Wochenendatmosphäre der Anwohner weckt Aggressionen in mir. Gut, dass es gleich wieder in den Wald geht.

Ein Helfer bietet mir Iso mit Coffein an. Wirklich ungenießbar, da fehlen einige Anteile Wasser. Ich ringe mich durch und reiß ein Gel auf. Die Hoffnung stirbt zuletzt.

Ein paar Minuten später bin ich wieder am Kanal. Ich laufe immer von Markierung zu Markierung, also 200m. Auf einmal gehen auch 400 m. Unglaublich. Vor der letzten Fotostation reiße ich mich zusammen und laufe einfach weiter. Es läuft.

Unglaublich, ich kann wieder laufen. Lisa ist auch mal wieder da und freudestrahlend erzähle ich von meinem neuen Laufgefühl. Die Zeiten sind bei 6:40min/km, unglaublich, aber ich laufe.

Ziel
Kaum einer – Athlet oder Zuschauer - ist noch unterwegs, denke ich mir. Aber das Ziel ist auch nah. Drei Kilometer, zwei Kilometer, ein Kilometer, letzte Steigung. Hier warten Andrea und Julja. Julja heftet sich an meine Fersen und zusammen laufen wir den letzten Kilometer - sie in Jesuslatschen – bis ins Ziel. Unglaublich viele Leute sind hier noch versammelt. Die Tribünen sind picke-packe-voll. Eine Gekreische und Jollen, Anfeuerungsrufe von allen Ecken und Enden. Und jetzt der blaue Teppich. Julja will nicht mehr, doch kneifen gibt es nicht. Ich genieße den Triumphlauf zum Ziel. Wunderbar.

Wieder geschafft! Eine wahre Herausforderung!

Ein unwahrscheinlich toller Wettkampf war das, insbesondere für mich (die Spitzenleistungen der Pros seien unkommentiert). Roth hat eine wahnsinnig tolle Atmosphäre, die einen in seinen Bann zieht.

Schwimmen, Radeln, Laufen, perfekte Organisation ohne Fehl und Tadel. Stimmungsvoller Einlauf, kein Römer, aber ein Triathlonpark.

Hinterm Ziel hat sich Christian aufgebaut und schießt noch weitere Fotos. Toll.

Ich bin begeistert von meiner Crew: Lisa an erster Stelle. Unglaublich, sie hat alles mitgemacht, mich zum Training geschickt, Unterkunft organisiert, den Rahmen vorgegeben. Die Supporter Andrea, Christian, Julja, Tanja, Guido und Michi, der Supereisenharte. Ute und Manni, mein Trainingsgefährte, der Minimalist. Viele haben sich erkundigt: meine Eltern, Gerdi und Willi, Steffi, die Wu's, die Vereinskameraden, die Arbeitskollegen und viele andere. Vielen Dank!

Im Ziel verfliegt die Belastung der letzten 12:39:30 h recht schnell. Nur habe ich Lust auf ein Bier und was zu Essen. Vor dem Zelt fängt mich Manni gerade richtig ab, damit er mir Orientierung gibt, wo ich was bekomme. Finishershirt, Urkunde, Bierchen, meine Klamotten, Handy, Joghurt, Brötchen, Kaffee und Kuchen. Kaum sind mir damit durch, beginnt es zu regnen. Mann was für ein Glück wir hatten. Das Wetter war heute richtig gut.

Nur kurz hocken wir noch zusammen, um den tollen Wettbewerb zu beschließen. Dann heißt es: abgehts.

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