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Marathon: #23: 21. Brooks Steinfurt Marathon
veröffentlicht 20.03.2004, 22:38 Uhr
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Laufen

21. Brooks Steinfurt Marathon
20.03.2004: Steinfurt in 4:07:59

An diesen Lauf werde ich mich bestimmt lange noch erinnern. Denn bis dato war es bestimmt mein schwerster Marathon. Nach Duisburg bei 30°C dachte ich, schlimmer kann es nicht mehr werden. Da habe ich die Rechnung ohne Wind und Regen gemacht.

Frohen Mutes habe ich mich als Testläufer bei running-pur für Steinfurt beworben und so die Startgebühr eingespart. Davon abgesehen ist der Steinfurt-Marathon recht preiswert und jeden Cent wert. Die Steinfurter treten sogleich mit mir und Lisa in Verbindung und die Anmeldung ist super-einfach, unkompliziert und höchst zufriedenstellend abgeschlossen. Wunschstartnummer war letztes Jahr schon kein Problem und für die Paarwertung sind Lisa und ich auch vorgemerkt worden. Die Wettervorhersage nach den schönen ersten Frühlingstagen verheißt zum Frühlingsanfang nichts Gutes; es soll regnen und windig sein. Okay, im Münsterland ist es immer windig, deswegen gibt es so viele Windenergieanlagen dort, aber Regen? Eine Stunde vor dem Start kommt die Sonne raus und am Himmel gab es auffallend viele blaue Flecken. Aha, wie letztes Jahr; es klart auf! Frage: in kurz oder lang? Die Antwort bleibe ich erstmal schuldig.

Parken ist in Steinfurt überhaupt kein Problem, die maximale Entfernung zur Anmeldung beträgt 500 Meter. Wer mehr läuft, war ängstlich oder hat zuviel Ruhe!
Die Technischen Schulen sind quasi das Hauptquartier für den Marathontag. Am Eingang sieht man links die riesige, überwältigende Kuchentheke, dann Tische mit diversen Laufankündigungen und allerlei Werbung drauf. Hier bereiten sich einige Marathonis, Walker und Skater auf den Wettkampf vor. Rechts gehts zum Anmeldebüro. Da ist wenig los. Nur wenige Nachmelder füllen die Zettel aus. Die Unterlagen habe ich schnell in der Hand, dazu als Willkommensgruß ein T-Shirt vom Hauptsponsor Brooks. Alle sind freundlich, hinter und vor den Tischen. Am Ausgang gibt es Schwämme noch und nöcher und die bekannten run-happy-Tafeln. Die habe ich später aber nur sehr vereinzelnd entdeckt.

Der Marathon hat auch eine kleine Verkaufsmesse mit den üblichen Verdächtigen und Angeboten. Wenn man den Hinterausgang nimmt gelangt man zur Sporthalle. Hier kann man sich im Warmen umziehen, später duschen und relaxen.

Zurück am Auto bin ich mir nicht sicher über die Kleidungsfrage, entschließe mich letztendlich aber genau richtig, lang!

Einen der vielen niederländischen Skater bittet Lisa um ein Foto von uns beiden; schnell gemacht, Danke! Die Nähe zum orangenen Nachbarn zieht viele über die Grenze, die schon lange nicht mehr existiert. Im Mai wird es dann auch in Enschede so sein, nur in die andere Richtung.

Um 13:35 h beginnt es dan nauch noch zu tröpfeln. Einige Skater rüsten die Rollen auf Vollgummi um. Die werden heute bestimmt keinen Spaß haben. Am Start treffen wir auf alte Bekannte vom Sehen und Laufen, Uli Benke und HaWe Rehers, auch Testläufer für running-pur. Gleich darauf rollen die Skater los, diesmal auch ohne Stürze auf dem Kopfsteinpflaster. Die Kulisse ist wunderbar. Die Burg, die Mühle und der Park laden eher zum Erkunden ein, als zum Weglaufen. Es ist wenig angespannt in der Startaufstellung. Nur wenige in der ersten Reihe machen sich Hoffnung auf ein gutes Rennen, denn der Himmel hat nun endgültig beschlossen, die Wolken ausregnen zu lassen. So setzt sich der Tross der vielleicht 800 Marathonis in Bewegung.

Als es hinaus aus Steinfurt geht, kann ich von ganz hinten im Feld die einzelnen Pace-Gruppen erkennen. Direkt vor mir die 4:15er, knapp davor die 4:00er usw. Dafür ist Steinfurt berühmt; für die Brems- und Zugläufer. Ich will in Ruhe meinen 6er-Schnitt laufen und beginne mit gemütlichen 6:15 und 6:03 für die ersten Kilometer.

Der Weg hinauf zur Hollicher Mühle ist nicht wirklich anstrengend. Dafür sorgt auch der leichte Seiten-Schiebewind von rechts. Die Windrichtung Südwest ist eigentlich eher untypisch. Was ein wenig zu schaffen macht, ist der Regen. Mir kommt es inzwischen fast wie leichter Hagel vor. Auf jeden Fall tut er an den Ohren weh. Apropos Mühle: Die Windmühle vom Typ Holländerachteck in Holzausführung ist auf einem Sockelgeschoss aus Bruchstein errichtet und kann von besichtigt werden. Ein besonderes Erlebnis: Die technische Ausrüstung ist bis heute voll funktionstüchtig.

Steinfurt ist bekanntlich eine Twin-City aus Burgsteinfurt, da wo der Start war und Borghorst, wo es jetzt hingeht. Dazwischen liegt die erste Verpflegungsstation mit den "Marktschreiern". Gott-sei-Dank hat sich gegenüber letztes Jahr nichts an der Organisation verändert. So kann ich genüsslich meinen Becher Iso austrinken, bekomme 25 Meter weiter meinen warmen Tee, 50 Meter weiter Wasser, dann 25 Meter weiter Bananen und Apfelsinen. Herrlich! Und alles ganz ohne Gedränge. Die Leute hier zeigen volles Engagement, ich bin begeistert und sie trillern auf ihren Pfeifen, was das Zeug hergibt.

Der Wind kommt jetzt böig von vorn, dazu der heftige Regen. Borghorst kündigt sich schon in der Ferne durch die Anfeuerungsrufe an. Der Wind trägt sie meilenweit. Ich halte mich etwas zurück, denn es folgt eine kleine, aber giftige Steigung. Die Ideallinie suchend laufe ich mit kurzen schnellen Schritten hoch und lasse dabei einige Läufer hinter mir. Flachländer, wie?

In Borghorst selbst ist aufgrund der miesen Wetterbedingungen nur wenig los. Das war letztes Jahr ganz anders. Keine Privatparties auf der Straße, dafür ein paar offene Fenster und Anfeuerungen aus der guten - trockenen - Stube. Die Strecke führt durch den Ortskern, vorbei am Heimatmuseum und hinaus Richtung Sportplatz, wo Mika-Timing am äußersten Punkt eine seiner hübschen roten Teppiche verlegt hat, und uns um Registrierung bittet. Es kommt mir schon recht einsam hier vor! Am Marktplatz ist dafür bestimmt was los, zumindest ist es dort laut. Dröhnende Ansagen und alte Anekdoten belästigen die Wettkämpfer und beflügeln mich, etwas Gas zu geben, um Land zu gewinnen.

Auf einer langen Geraden mit zwei Unterführungen und einem VP lassen wir Borghorst Borghorst sein. Der Wind bläst wieder stärker und ich bin bei Kilometer 10 völlig durchnässt und friere. Mich begleitet die Musik meiner Schuhe, so typische Platschgeräusche bei jedem Schritt. Die Überführung über die B54 ist die nächste anstehende Hürde. Mit gesenktem Kopf quäle ich mich rüber.

Für Abwechslung sorgen nur die drei Feldkreuze, denen ich aber wenig Aufmerksamkeit widmen will, zu sehr bin ich mit mir selbst beschäftigt. Noch sind es gut 9 Kilometer bis zum Startpunkt zurück. In der Ferne erkennt ich einen weiteren Windpark. Wie ich gerade so rüber schaue, kracht es am nächsten Bauernhof. Autounfall! Na sowas! Die Streckenposten von der Feuerwehr machen sich auf den Weg. Uns zieht es mit unseren nassen Sachen Richtung Burgsteinfurt. Und welch ein Gefühl, endlich Rückenwind. Schnell am VP verpflegt, lasse ich es mal richtig fliegen. Meine Stimmung bessert sich augenblicklig.

Die Strecke ist exzellent ausgeschildert, überall stehen Streckenposten und weisen den Weg. Früher gab es den Drei-Runden-Marathon. Davon zeugen auch die alten Streckenmarkierungen, die mich jetzt aber nicht durcheinander bringen werden. Auf der Leerer Strße erreiche ich Burgsteinfurt. Nomen est omen. Auf der Straße ist es wirklich leer, menschenleer. Einige Autofahrer versuchen die Absperrungen zu durchbrechen, werden aber von den allgewärtigen Ordnungshütern daran gehindert. Das Ziel der Inliner wird gerade abgebaut. Das geht flink. Der Weg durch die Altstadt führt komplett über Kopfsteinpflaster. Vorsicht ist also geboten. Ich nehme mir die Zeit die alten Gebäude zu betrachten, das lohnt sich.

Ich vermisse den VanMan, der sonst an der Schloßmühle moderiert hat. Der weilt aber in Dresden, wegen der Sponsoren kommt mir in den Sinn. Michael Brinkmann ist aber ein fachkundiger Ersatz, denke ich. Freundlich kündigt er mich an, passtschon.

Ein Gedanke an Aufgabe kommt mir im Gegensatz zu vielen anderen nicht in den Sinn. Genau zwei Stunden sind vergangen, ich liege gut im Schnitt, habe die 4-Stundengruppe dennoch aus dem Auge verloren. Inzwischen hat es aufgehört zu regnen, also weiter im Text. Die Läuferin mit Rucksack und Gepäck spreche ich mal nicht an, dafür sie mich. Meine Vereinskameradin Sabine aus Essen will zum Marathon de Sables und trainiert spontan. Nicht ungewöhnlich! Wir laufen zwei Kilometer und plaudern ein wenig, dann mache ich mich aus dem Staub.

Der Wind ist jetzt ein größeres Problem als in der ersten Runde. Ich bedauere, Lisa überredet zu haben, heute mitzulaufen. Das fällt mir schon schwer hier schnell voranzukommen. Wie es ihr wohl ergeht? An der Verpflegungsstelle kommt der Wind frontal und schlägt auf mich ein. Den Becher muss ich schon etwas schräg halten. Das Trinken fällt schwerer, die Flüssigkeit wird durch den Wind aus dem Becher rausgefegt. Die Borghorster sind inzwischen auch weniger geworden, wenn wundert es. Ich vermisse die Schilder mit den Bundesliga-Ergebnissen. Wo sind sie denn? Ich überhole wieder mal jemanden aus dem Rhein-Main-Gebiet und lasse grüßen, laufe dann Richtung Marktplatz. Einige verlorene Menschenseelen haben Schutz unter den Vordächern der Geschäfte gesucht und harren aus. Überall habe ich schon kaputte Regenschirme erspäht und dann auch die Tafel mit den Spielständen. Auweia, ich habe heute nichts verpaßt!

Bei Kilometer 32 sollen meine Eltern mit Brühe stehen, ein besonderer Vorteil, wenn man seine eigenen Supporter hat. Von weiten winke ich wie ein Verrückter, doch die registrieren mich gar nicht. Was ist los? Ich bin doch nur 5 Minuten zu spät dran! Hektisch nehme ich zwei Schlücke aus der Kanne und wechsele wenige Worte. Lisa wird in 30 Minuten hier sein, solange müssen meine Eltern im Sturm aushalten. Und das ist aus "Oralie" inzwischen geworden. In Böen Windstärke 8, Tendenz zunehmend. Heute Nacht gehts dann richtig rund.

Oben auf der Brücke ist ein Teilnehmer kollabiert und wird von zwei Helfern versorgt. Hoffentlich ist es nicht ernsthaft. Gut, dass beim Steinfurt-Marathon alles so gut klappt. Hilfe ist schnell da.

Die nächsten drei Kilometer verlangen noch mal alles ab. Es geht ohne Unterlass direkt gegen den Wind. Der brave Fotograf vom FotoTeam Müller hat seinen Platz gewechselt und schießt eindrucksvolle Bilder der gequälten Marathonis im Kampf gegen die Naturgewalten. Ich laufe geschlagene 6:53 min für einen einzigen Kilometer bei stärkstem Gegenwind. Wohlgemerkt: ich laufe!!!

Seit dem Zieldurchlauf der ersten Runde habe ich gut und gerne 50 Leute überholt. Weitere folgen bestimmt, wenn ich mit Rückenwind runter zum Ziel laufen kann. Doch es gibt kaum Rückenwind. Ich denke, ich werde verar... Sei`s drum, das Ziel liegt nur noch wenige Schritte entfernt. Ich freue mich in 4:08 h im Ziel am eindrucksvollen Steinfurter Wasserschloß zu sein. Sogleich bekomme ich meine Medaille. Ein sehr schönes Motiv ziert sie: der Konzertsaal im Bagno. Und es gibt ein Funktions-Finisher-Shirt. Ein Novum für diesen Marathon, das gab es noch nie. Mit einer flatternden Plastikfolie greife ich mir dann ein frisches Rolinck-free. Lecker Freibier!

Ich sehe mich noch ein wenig im Ziel um. Die 4:15 Gruppe ist zwei Minuten zu früh dran, dafür ganz schön dezimiert. Auf die Massage verzichte ich, mich fröstelt extrem und will mich schnell umziehen, um dann Lisas Zieleinlauf zu verfolgen. Doch, o Schreck! Mein Autoschlüssel ist weg. Hat sich durch ein Loch entfernt. Verflucht noch mal! Mit erheblichen Aufwand kann ich meine Eltern herbeirufen, die es sich längst zuhause bequem gemacht haben. Wie gut, dass der Ersatzschlüssel nicht in Frankfurt liegt. Puhh!

Lisa kommt leicht angesäuert in dem Moment, wo auch meine Eltern eingetroffen sind. Sie hat kein Finisher-Shirt. Wußte sie nicht. Also noch mal hin und eins ordern. Es ist gerade Zielschluß und bereits dunkel; alles wird jetzt pünktlich abgebaut. Das Shirt bekommen wir trotzdem noch. Es müssen reichlich da sein, denn viele Läufer sind nach der Hälfte ausgestiegen. Die sind alle nicht in der Wertung, denn in Steinfurt gibt es keine Halbmarathonis (nur HM-Walker). Finde ich generell richtig. Heute wäre es aber ein Segen gewesen, wenn es diesen Wettbewerb mit Wertung gegeben hätte. Die Ergebnislisten hängen bereits teilweise aus. Das geht wunderbar schnell. Die Siegerehrung ist auch schon im Gange. Trotz des Windes gab es heute schnelle Zeiten. Und: der einzige Hand-Biker erzählt, dass es ihn unterwegs umgehauen hat und er im Graben gelandet ist. So ein Pech! Damit endet das Kapitel 21. Brooks Steinfurt-Marathon. Nächstes Jahr bin ich wieder dabei, versprochen.Anmerkung:

Ergebnisse und Bilder auf der Webseite des Veranstalters.
#23: 21. Brooks Steinfurt Marathon | Anmelden bzw. neues Benutzerkonto einrichten | 1 Kommentar
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Re: #23: 21. Brooks Steinfurt Marathon

(Bewertung: 0)
von Gast am 03.04.2004, 16:39 Uhr
Hallo, Stefan!
Du warst also tatsächlich wieder bei uns in Steinfurt! Glückwunsch zu deinem tollen Lauf bei diesen verschärften Bedingungen und zu dem mehr als treffenden Bericht. Auch ich habe es mit meiner 4- Stundengruppe wieder einmal geschafft, pünktlich im Ziel zu sein (3:57).
Grüße
Marianne Lucas




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